Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber anaphylaktischer Schock

Informationen für Betroffene und Angehörige
 
 
Anaphylaktischer Schock
Was ist ein anaphylaktischer Schock?

Bei einem anaphylaktischen Schock handelt es sich um eine allergische Sofortreaktion, die den gesamten Körper erfasst und potenziell lebensbedrohlich sein kann. Bis zu einem Prozent der Patienten in der Notaufnahme eines Krankenhauses kommen wegen eines anaphylaktischen Schocks in die Klinik. Insbesondere das Gift von Bienen, Penicillin, Erdnüsse, Meeresfrüchte aber auch Weizenmehl können als Auslöser fungieren. Auch in Zeiten von Notfallsets mit Adrenalin-Autoinjektoren, muss die Überreaktion des Immunsystem ärztlich behandelt werden. Die Selbstmedikation ist dennoch wichtig und kann lebensrettend sein. An erster Stelle für den Betroffenen steht das Erkennen der beginnenden Reaktion und des Auslösers.

Ein anaphylaktischer Schock verläuft zu Beginn ähnlich wie eine normale Allergie, angeregt durch eine sehr hohe Dosis eines Allergens, andere Substanzen die eine Allergie hervorrufen können oder auch Stress artet die Reaktion jedoch aus. Histamin und andere Botenstoffe des Körpers werden in großen Mengen freigesetzt und überfordern den Organismus. Die Folge sind Symptome am ganzen Körper, die sich auch auf die Organe und das Herz-Kreislauf-System auswirken können. Dabei kann ein anaphylaktischer Schock sehr unterschiedlich entstehen, Patienten sollten daher auch bei Symptomen, die zunächst nicht eindeutig sind vorsichtig sein und sich frühzeitig Hilfe suchen.

Therapie Anaphylaktischer Schock

Bei der Therapie eines anaphylaktischen Schocks steht die Erstversorgung des Patienten im Vordergrund. Durch die häufig lebensbedrohliche Situation, muss zunächst der Kreislauf reguliert und Schwellungen, die im Halsbereich zum Ersticken führen können, behandelt werden. Um den Kreislauf wieder zu stabilisieren hilft insbesondere Adrenalin, intravenös, durch Injektion und ergänzend auch durch Inhalation. Andere Medikamente die bei der Therapie eines anaphylaktischen Schocks zum Einsatz kommen können sind z. B. Dopamin, Noradrenalin oder Antihistaminika. Eine Langzeittherapie mit dem behandelnden Arzt hilft dem Patienten dabei, das Allergen in Zukunft eindeutiger zu erkennen und zu vermeiden.

Der anaphylaktische Schock ist eine gefährliche Überreaktion des Körpers, die medikamentös und unter Aufsicht medizinischen Fachpersonals behandelt werden muss. Patienten sollten gemeinsam mit ihrem Arzt einen Notfallplan aufstellen, wie im Falle eines anaphylaktischen Schocks vorgegangen werden sollte. Eine Schulung der Patienten und ggf. der Angehörigen kann helfen, im Notfall richtig zu reagieren. Betroffene können zu ihrer Sicherheit beitragen, indem sie z. B. eine Übersicht über die möglichen Auslöser aufstellen. Dies kann hilfreich sein, um die Allergene auch im stressigen Alltag zu erkennen. Auch die Einbeziehung des persönlichen Umfeldes, die Information über erste Anzeichen und Kreuzverbindungen zwischen Allergenen, gibt Betroffenen mehr Sicherheit.

Was ist ein anaphylaktischer Schock?

Bei einem anaphylaktischen Schock handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems. Die Symptome reichen von Atemproblemen über Hautreizungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen. Die Symptome und Begleiterscheinungen bei einem anaphylaktischen Schock sind je nach Allergieauslöser unterschiedlich und können in unterschiedlicher Schwere auftreten. Dabei ist der Verlauf eines anaphylaktischen Schocks schwer vorherzusagen, er kann jederzeit stoppen, sich aber auch trotz Behandlung weiter aufbauen.

Laut der Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie kommen auf eine Million Einwohner zwischen ein bis drei Todesfälle durch einen anaphylaktischen Schock. Essenziell ist die schnelle Versorgung nach dem Kontakt mit dem Allergieauslöser. Dafür sind insbesondere der Betroffene und sein Umfeld zu schulen. Wissen Patienten, Familie und Freunde, was zu tun ist und sind die notwendigen Medikamente griffbereit, kann bei einem anaphylaktischen Schock Schlimmeres durch schnelles Handeln vermieden werden.

Der anaphylaktische Schock – Überreaktion der körpereigenen Abwehr

Der anaphylaktische Schock wird durch Teile der Abwehr des Körpers, Mastzellen (Mastozyten) und weiße Blutkörperchen (Granulozyten), verursacht. Werden diese durch ein oder mehrere Allergene oder auch weitere Risikofaktoren aktiviert, schütten sie sogenannte Mediatorsubstanzen, also Botenstoffe wie Histamin, aus. Mediatorsubstanzen treiben die Reaktion auf das Allergen voran, übermitteln also dem Körper, dass ein Kontakt mit einer unverträglichen Substanz stattgefunden hat. Grundsätzlich handelt es sich zu Beginn eines anaphylaktischen Schocks um den gleichen Vorgang, wie er bei jeder allergischen Reaktion stattfindet. Durch die große Menge an Mediatorsubstanzen können sich die Blutgefäße jedoch stark erweitern, sodass der Blutdruck extrem sinkt und der Kreislauf zusammenbricht. Weiterhin können schwere Schwellungen die Atemwege blockieren.

Ausgelöst werden können die Symptome eines anaphylaktischen Schocks beispielsweise von Nahrungsmitteln, Medikamenten oder Insektengift. Erste Anzeichen sind meist ein allgemeines Unwohlsein, Schwindelgefühl, Probleme bei der Atmung, Übelkeit, Juckreiz, Quaddeln, Rötungen und Herzrasen. Diese Symptome eines anaphylaktischen Schocks können innerhalb von Minuten auftreten und sich rasant verschlimmern. Eine sofortige Behandlung mit kreislaufunterstützenden und antiallergischen Medikamenten ist daher wichtig.

Risikofaktoren für einen anaphylaktischen Schock

Das gefährliche an einem anaphylaktischen Schock ist insbesondere das meist schnelle Einsetzen der Symptome nach dem Kontakt mit dem Allergen. Risikofaktoren dafür, dass sich eine allergische Reaktion zu einem anaphylaktischen Schock auswächst, sind ein höheres Alter, Erkrankungen, die das Herz-Kreislauf-System betreffen und schlecht eingestelltes Asthma. Asthma kann bei einem anaphylaktischen Schock ein großer Risikofaktor sein, da die Atmung durch Schwellungen zusätzlich eingeschränkt werden kann. Weiterhin können bestimmte Medikamente und eine starke körperliche und psychische Belastung das Risiko für einen anaphylaktischen Schock erhöhen.

Miriam Schaum

 

19. August 2016
Auch im Sommer sind noch einige Pollen unterwegs, die für Symptome bei Allergikern sorgen können. Dazu gehört z. B. der Beifuß. Auch Schimmelpilzsporen kommen im Sommer vermehrt vor und können zu allergischen Beschwerden führen.
  
12. August 2016
Wer könnte sich besser auskennen über Allergische Ekrankungen als die Betroffenen und ihre Angehörigen? Daher tauschen sich im Curado-Forum Betroffene und Angehörige regelmäßig aus.
  
04. August 2016
Kinder mit Allergien oder Hauterkrankungen werden häufig von anderen Kindern oder Mitschülern gemobbt. Damit das Kind sich nicht immer mehr zurückzieht, sollen Eltern versuchen, ihrem Kind zu vermitteln, dass es sich ihnen anvertrauen kann.
  
21. Juli 2016
Bei einer Laktoseintoleranz hat man sowohl die Möglichkeit, laktosefreie Varianten von Nahrungsmitteln zu kaufen als auch Lebensmittel, die generell kein oder kaum Laktose enthalten.
  
18. Juli 2016
Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder Zöliakie können von einer Ernährungsberatung profitieren. Für eine Mitübernahme der Kosten durch die Krankenkasse ist ein ärztliches Attest notwendig.