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Ratgeber anaphylaktischer Schock

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Anaphylaktischer Schock
Entstehung eines anaphylaktischen Schocks

Ein anaphylaktischer Schock verläuft zu Beginn ähnlich wie eine normale Allergie, angeregt durch eine sehr hohe Dosis eines Allergens, andere Substanzen die eine Allergie hervorrufen können oder auch Stress artet die Reaktion jedoch aus. Histamin und andere Botenstoffe des Körpers werden in großen Mengen freigesetzt und überfordern den Organismus. Die Folge sind Symptome am ganzen Körper, die sich auch auf die Organe und das Herz-Kreislauf-System auswirken können. Dabei kann ein anaphylaktischer Schock sehr unterschiedlich entstehen, Patienten sollten daher auch bei Symptomen, die zunächst nicht eindeutig sind vorsichtig sein und sich frühzeitig Hilfe suchen.

Entstehung eines anaphylaktischen Schocks

Die Entstehung eines anaphylaktischen Schocks liegt in einer Überreaktion des Immunsystems begründet, die Auswirkungen auf das gesamte Körpersystem hat. Eine Freisetzung unterschiedlicher Botenstoffe aus Mastzellen, wie z. B. Histamin, verursachen einen anaphylaktischen Schock durch eine extreme Überstrapazierung des Kreislaufs. Welche Botenstoffe bei der Entstehung freigesetzt werden und wie sie sich auf den Verlauf des anaphylaktischen Schocks auswirken, ist nicht einheitlich geklärt, eindeutig ist jedoch die tragende Rolle des Histamins.

Die Grundursache für die Reaktion des Körpers ist eine Allergie. Die Allergene, die diese auslösen, führen dann zur Bildung von Antikörpern der Klasse Immunglobulin-E. Diese lagern sich an den Mastzellen an, woraufhin die Mastzellen Histamin und andere Botenstoffe freisetzen, um die scheinbare Bedrohung des Körpers zu bekämpfen. Innerhalb weniger Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen können so am ganzen Körper Allergiereaktionen auftreten.

Ähnliche Symptome können aber auch durch andere Antikörper verursacht werden. Auch gibt es vielfältige Reaktionen, die einem anaphylaktischen Schock ähneln, bei denen eine Allergie aber nicht eindeutig verantwortlich gemacht werden kann. Dabei handelt es sich um sogenannte pseudoallergische Reaktionen.

Die Auslöser für die Entstehung eines anaphylaktischen Schocks sind unterschiedlich

In den letzten Jahrzehnten ist eine ungeklärte Zunahme der Anaphylaxie zu beobachten. Bei Kindern und Erwachsenen gibt es Unterschiede bei den Auslösern für die Entstehung eines anaphylaktischen Schocks. Während bei Kindern häufig Nahrungsmittel, wie z. B. Nüsse, eine allergische Überreaktion auslösen, sind bei Erwachsenen in Deutschland hauptsächlich Insektengift und Medikamente für den anaphylaktischen Schock verantwortlich. Vor allem Antibiotika wie Penicillin sind dafür bekannt, Auslöser eines anaphylaktischen Schocks zu sein. Bei Insektenstichen kann insbesondere das Gift von Bienen oder Wespen die Entstehung eines anaphylaktischen Schocks begünstigen. Allgemein lässt sich international keine genaue Reihenfolge der Auslöser bestimmen, aber Medikamente, Insektengifte und Nahrungsmittel sind die drei häufigsten Auslöser für die Entstehung eines anaphylaktischen Schocks.

Das Allergen wird meist über den Mund oder den Blutkreislauf aufgenommen, selten ist dagegen die Aufnahme über die Luft oder Haut. Ist das Allergen einmal aufgenommen und die körpereigene Abwehr setzt ein, ist der anaphylaktische Schock nur mit Medikamenten zu stoppen. Die Auslöser lassen eine Vielzahl von Reaktionen folgen: Der Blutdruck verringert sich durch die Erweiterung der Gefäße, die Organe des Körpers werden schlechter durchblutet, Schwellungen drohen die Atmung zu behindern, ein Kreislaufkollaps steht bevor.

Weitere Auslöser eines anaphylaktischen Schocks

Meistens ist aber nicht nur die Aufnahme des Allergens die Ursache für die Entstehung eines anaphylaktischen Schocks, häufig steht eine Verbindung unterschiedlicher Ursachen am Beginn der Überreaktion. Eine Kombination der Allergie und körperlicher oder psychischer Anstrengung kann ebenso als Auslöser für einen anaphylaktischen Schock fungieren, wie die Verbindung mit Alkohol oder eines gleichzeitigen Kontakts mit mehreren allergenen Reizen, einer sogenannten Augmentation.

Miriam Schaum

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Diagnose Anaphylaktischer Schock

Die Diagnose eines anaphylaktischen Schocks muss schnell erfolgen, da es sich um eine Allergie mit Sofortreaktion handelt. Schon in wenigen Minuten können die Symptome daher sehr schnell voranschreiten und sollten nicht unterschätzt werden, da mögliche Schwellungen im Bereich der Atemwege und ein Kreislaufkollaps große Gefahren bergen. Die ersten Symptome sollte daher der Betroffene selbst wahrnehmen und frühzeitig einen Notarzt anfordern. Die Körperreaktionen sind sehr individuell und können sowohl gleichzeitig als auch nacheinander an unterschiedlichen Körperbereichen auftreten. Eine Diagnose kann daher schwierig sein. Die Abgrenzung zu anderen möglichen Ursachen für Symptome wie Unwohlsein und Juckreiz ist besonders wichtig.

Der anaphylaktische Schock ist eine gefährliche Überreaktion des Körpers, die medikamentös und unter Aufsicht medizinischen Fachpersonals behandelt werden muss. Patienten sollten gemeinsam mit ihrem Arzt einen Notfallplan aufstellen, wie im Falle eines anaphylaktischen Schocks vorgegangen werden sollte. Eine Schulung der Patienten und ggf. der Angehörigen kann helfen, im Notfall richtig zu reagieren. Betroffene können zu ihrer Sicherheit beitragen, indem sie z. B. eine Übersicht über die möglichen Auslöser aufstellen. Dies kann hilfreich sein, um die Allergene auch im stressigen Alltag zu erkennen. Auch die Einbeziehung des persönlichen Umfeldes, die Information über erste Anzeichen und Kreuzverbindungen zwischen Allergenen, gibt Betroffenen mehr Sicherheit.

Therapie Anaphylaktischer Schock

Bei der Therapie eines anaphylaktischen Schocks steht die Erstversorgung des Patienten im Vordergrund. Durch die häufig lebensbedrohliche Situation, muss zunächst der Kreislauf reguliert und Schwellungen, die im Halsbereich zum Ersticken führen können, behandelt werden. Um den Kreislauf wieder zu stabilisieren hilft insbesondere Adrenalin, intravenös, durch Injektion und ergänzend auch durch Inhalation. Andere Medikamente die bei der Therapie eines anaphylaktischen Schocks zum Einsatz kommen können sind z. B. Dopamin, Noradrenalin oder Antihistaminika. Eine Langzeittherapie mit dem behandelnden Arzt hilft dem Patienten dabei, das Allergen in Zukunft eindeutiger zu erkennen und zu vermeiden.