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Ratgeber anaphylaktischer Schock

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Anaphylaktischer Schock
Therapie eines anaphylaktischen Schocks

Bei der Therapie eines anaphylaktischen Schocks steht die Erstversorgung des Patienten im Vordergrund. Durch die häufig lebensbedrohliche Situation, muss zunächst der Kreislauf reguliert und Schwellungen, die im Halsbereich zum Ersticken führen können, behandelt werden. Um den Kreislauf wieder zu stabilisieren hilft insbesondere Adrenalin, intravenös, durch Injektion und ergänzend auch durch Inhalation. Andere Medikamente die bei der Therapie eines anaphylaktischen Schocks zum Einsatz kommen können sind z. B. Dopamin, Noradrenalin oder Antihistaminika. Eine Langzeittherapie mit dem behandelnden Arzt hilft dem Patienten dabei, das Allergen in Zukunft eindeutiger zu erkennen und zu vermeiden.

Therapie eines anaphylaktischen Schocks

Die Aufgabe der Therapie des anaphylaktischen Schocks liegt zunächst in der Akutbehandlung des Patienten. Dafür ist Adrenalin das wichtigste Medikament. Es wirkt den Symptomen des anaphylaktischen Schocks entgegen, hilft erweiterte Gefäße wieder zu verengen, den Blutfluss zu verlangsamen, Schwellungen im Rachenraum zu vermindern und wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus.

Wird Adrenalin bei der Therapie intravenös verabreicht, zeigt es die schnellste Wirkung bei einem anaphylaktischen Schock. Der behandelnde Arzt oder Helfer verabreicht Adrenalin aber meist, aufgrund der geringeren Nebenwirkungen, durch eine Injektion in die Außenseite des Oberschenkels. Der Arzt behält dabei Puls und Blutdruck des Patienten im Blick. Sind Kehlkopf und Rachenraum stark betroffen, kann das Adrenalin auch zusätzlich über eine Atemmaske inhaliert werden, mit welcher dem Patienten Adrenalin in Kombination mit Sauerstoff zugeführt wird.

Weitere Medikamente zur Therapie eines anaphylaktischen Schocks

Auch andere Medikamente können zur Therapie eines anaphylaktischen Schock eingesetzt werden. Dazu gehören Dopamin und Noradrenalin, die aber beide ein striktes Blutdruck- und Pulsmonitoring voraussetzen. Weiterhin wird bei einem schweren anaphylaktischen Schock eine Volumengabe notwendig, die Zufuhr einer großen Flüssigkeitsmenge in kurzer Zeit. Die Volumengabe ist wichtig, da es bei einem anaphylaktischen Schock zu einer Verringerung der Blutmenge im Körper, der sogenannten Hypovolämie, kommt, da die Gefäße sich stark erweitern und Blutplasma ins umliegende Gewebe abgeben können. Die Volumengabe findet zum Ausgleich intravenös statt und stellt das Gleichgewicht wieder her.

Kortison wird ebenfalls gegeben, um weiteren Flüssigkeitsverlust zu verhindern. Auch Antihistaminika sind wichtige Medikamente bei der Therapie eines anaphylaktischen Schocks. Da der Wirkungseintritt bei Antihistaminika im Vergleich zu Kortison langsamer ist, sollten sie möglichst noch im Anfangsstadium verabreicht werden.

Nach der akuten Therapie eines anaphylaktischen Schocks

Eine Langzeittherapie ist der beste Schutz vor einem erneuten anaphylaktischen Schock. Der Arzt stellt zunächst, z. B. mittels Allergietest, den Auslöser fest, um dann in der Therapie gezielt mit dem Patienten die Vermeidung dieses Stoffes vorzubereiten. Insbesondere bei Nahrungsmittelallergien sollte auf die alltägliche Vermeidung, beispielsweise bei Einkauf und Nahrungsaufnahme, eingegangen werden. Als zusätzliches Hilfsmittel wird ein Allergie-/Anaphylaxie-Pass ausgestellt, der die wichtigen Handlungen und benötigten Medikamente bei einem erneuten anaphylaktischen Schock festhält. Unter Umständen besteht auch die Möglichkeit einer Immuntherapie.

Kann das Risiko nicht herabgesetzt und der Auslöser nicht sicher vermieden werden, sollten Erwachsene ein Notfallset bekommen, das Kortison, ein Antihistaminikum und einen Adrenalin-Autoinjektor enthält. Doch auch wenn sich der Patient mit dem Notfallset bei einem beginnenden anaphylaktischen Schock selbst behandelt, sollte der Notruf verständigt werden, um eventuelle verzögerte Reaktionen auszuschließen.

Miriam Schaum

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Bei einem anaphylaktischen Schock handelt es sich um eine allergische Sofortreaktion, die den gesamten Körper erfasst und potenziell lebensbedrohlich sein kann. Bis zu einem Prozent der Patienten in der Notaufnahme eines Krankenhauses kommen wegen eines anaphylaktischen Schocks in die Klinik. Insbesondere das Gift von Bienen, Penicillin, Erdnüsse, Meeresfrüchte aber auch Weizenmehl können als Auslöser fungieren. Auch in Zeiten von Notfallsets mit Adrenalin-Autoinjektoren, muss die Überreaktion des Immunsystem ärztlich behandelt werden. Die Selbstmedikation ist dennoch wichtig und kann lebensrettend sein. An erster Stelle für den Betroffenen steht das Erkennen der beginnenden Reaktion und des Auslösers.

Diagnose Anaphylaktischer Schock

Die Diagnose eines anaphylaktischen Schocks muss schnell erfolgen, da es sich um eine Allergie mit Sofortreaktion handelt. Schon in wenigen Minuten können die Symptome daher sehr schnell voranschreiten und sollten nicht unterschätzt werden, da mögliche Schwellungen im Bereich der Atemwege und ein Kreislaufkollaps große Gefahren bergen. Die ersten Symptome sollte daher der Betroffene selbst wahrnehmen und frühzeitig einen Notarzt anfordern. Die Körperreaktionen sind sehr individuell und können sowohl gleichzeitig als auch nacheinander an unterschiedlichen Körperbereichen auftreten. Eine Diagnose kann daher schwierig sein. Die Abgrenzung zu anderen möglichen Ursachen für Symptome wie Unwohlsein und Juckreiz ist besonders wichtig.

Der anaphylaktische Schock ist eine gefährliche Überreaktion des Körpers, die medikamentös und unter Aufsicht medizinischen Fachpersonals behandelt werden muss. Patienten sollten gemeinsam mit ihrem Arzt einen Notfallplan aufstellen, wie im Falle eines anaphylaktischen Schocks vorgegangen werden sollte. Eine Schulung der Patienten und ggf. der Angehörigen kann helfen, im Notfall richtig zu reagieren. Betroffene können zu ihrer Sicherheit beitragen, indem sie z. B. eine Übersicht über die möglichen Auslöser aufstellen. Dies kann hilfreich sein, um die Allergene auch im stressigen Alltag zu erkennen. Auch die Einbeziehung des persönlichen Umfeldes, die Information über erste Anzeichen und Kreuzverbindungen zwischen Allergenen, gibt Betroffenen mehr Sicherheit.