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Ratgeber anaphylaktischer Schock

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Anaphylaktischer Schock
Wissenswertes zum anaphylaktischen Schock

Der anaphylaktische Schock ist eine gefährliche Überreaktion des Körpers, die medikamentös und unter Aufsicht medizinischen Fachpersonals behandelt werden muss. Patienten sollten gemeinsam mit ihrem Arzt einen Notfallplan aufstellen, wie im Falle eines anaphylaktischen Schocks vorgegangen werden sollte. Eine Schulung der Patienten und ggf. der Angehörigen kann helfen, im Notfall richtig zu reagieren. Betroffene können zu ihrer Sicherheit beitragen, indem sie z. B. eine Übersicht über die möglichen Auslöser aufstellen. Dies kann hilfreich sein, um die Allergene auch im stressigen Alltag zu erkennen. Auch die Einbeziehung des persönlichen Umfeldes, die Information über erste Anzeichen und Kreuzverbindungen zwischen Allergenen, gibt Betroffenen mehr Sicherheit.

Wissenswertes zum anaphylaktischen Schock

Aufgrund unterschiedlicher Klassifikationssysteme ist die Definition eines anaphylaktischen Schocks international nicht einheitlich. Dadurch gibt es keine eindeutige Dokumentation für das Vorkommen und die Auslöser anaphylaktischer Schocks weltweit. Es fehlen Richtwerte, die klar bestimmen, was einen anaphylaktischen Schock ausmacht und wie viele Organsysteme beispielsweise für einen anaphylaktischen Schock von der allergischen Reaktion betroffen sein müssen.

Wie häufig ein anaphylaktischer Schock tatsächlich in Deutschland aber auch international auftritt oder sogar zum Tode führt, kann aufgrund dieser mangelnden Dokumentation nicht eindeutig bestimmt werden. Daher kann von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Eine gute Schulung ist wichtig bei einem anaphylaktischen Schock

Häufig findet ein anaphylaktischer Schock zu Hause statt, der Patient und seine Angehörigen müssen daher über den besten Weg der Akutmaßnahmen aufgeklärt und geschult werden. Zu dieser Schulung sollte das Erkennen eines anaphylaktischen Schocks gehören, das selbstständige Verabreichen von Medikamenten und eine korrekte Lagerung des Betroffenen.

Wichtig ist auch dem Patienten zu vermitteln, bei einem Kontakt mit dem auslösenden Allergen nicht auf Symptome zu warten, sondern die abgesprochenen oral einzunehmenden Medikamente vorsorglich einzunehmen. Deutlich sollte bei der Schulung auch gemacht werden, dass eine gelungene Selbstmedikation nicht die Behandlung durch den Arzt ersetzt. Da es je nach Auslöser auch Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen zu Symptomen kommen kann, sollte ein Notruf immer auf einen anaphylaktischen Schock folgen.

Selbstständige Akutmaßnahmen bei einem anaphylaktischen Schock

Gefährdete Patienten sollten für den Fall eines anaphylaktischen Schocks einen Notfallplan mit ihrem behandelnden Arzt vorbereiten. Der Notfallplan kann schriftlich festgehalten werden und sollte so in der Wohnung aufbewahrt werden, dass er schnell griffbereit ist. So können auch Angehörige darauf zurückgreifen und bei einem anaphylaktischen Schock schnell handeln.

Der Notfallplan umfasst bei einem beginnenden anaphylaktischen Schock zunächst das Absetzen des Notrufs. Kann der Betroffene dies nicht selbst tun, sollte im besten Fall eine weitere Person bei dem Patienten sein, insbesondere wenn es sich um ein Kind handelt. Im Anschluss sollten das eingetragene Antihistaminikum und Kortison eingenommen werden. Der Adrenalin-Autoinjektor sollte dagegen erst bei Symptomen eingesetzt werden. Treten diese auf, ist er in die Außenseite des Oberschenkels zu injizieren.

Danach muss der Patient je nach Reaktion in die richtige Lage gebracht werden. Tritt Atemnot auf, unterstützt aufrechtes Sitzen eine möglichst angenehme Atmung. Bei Kreislaufschwäche sollte der Patient in eine liegende Position gebracht werden. Wird der Patient bewusstlos, ist die stabile Seitenlage ein wichtiges Mittel, um den Betroffenen bei Erbrechen vor dem Ersticken zu schützen.

Miriam Schaum

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Bei einem anaphylaktischen Schock handelt es sich um eine allergische Sofortreaktion, die den gesamten Körper erfasst und potenziell lebensbedrohlich sein kann. Bis zu einem Prozent der Patienten in der Notaufnahme eines Krankenhauses kommen wegen eines anaphylaktischen Schocks in die Klinik. Insbesondere das Gift von Bienen, Penicillin, Erdnüsse, Meeresfrüchte aber auch Weizenmehl können als Auslöser fungieren. Auch in Zeiten von Notfallsets mit Adrenalin-Autoinjektoren, muss die Überreaktion des Immunsystem ärztlich behandelt werden. Die Selbstmedikation ist dennoch wichtig und kann lebensrettend sein. An erster Stelle für den Betroffenen steht das Erkennen der beginnenden Reaktion und des Auslösers.

Therapie Anaphylaktischer Schock

Bei der Therapie eines anaphylaktischen Schocks steht die Erstversorgung des Patienten im Vordergrund. Durch die häufig lebensbedrohliche Situation, muss zunächst der Kreislauf reguliert und Schwellungen, die im Halsbereich zum Ersticken führen können, behandelt werden. Um den Kreislauf wieder zu stabilisieren hilft insbesondere Adrenalin, intravenös, durch Injektion und ergänzend auch durch Inhalation. Andere Medikamente die bei der Therapie eines anaphylaktischen Schocks zum Einsatz kommen können sind z. B. Dopamin, Noradrenalin oder Antihistaminika. Eine Langzeittherapie mit dem behandelnden Arzt hilft dem Patienten dabei, das Allergen in Zukunft eindeutiger zu erkennen und zu vermeiden.

Ein anaphylaktischer Schock verläuft zu Beginn ähnlich wie eine normale Allergie, angeregt durch eine sehr hohe Dosis eines Allergens, andere Substanzen die eine Allergie hervorrufen können oder auch Stress artet die Reaktion jedoch aus. Histamin und andere Botenstoffe des Körpers werden in großen Mengen freigesetzt und überfordern den Organismus. Die Folge sind Symptome am ganzen Körper, die sich auch auf die Organe und das Herz-Kreislauf-System auswirken können. Dabei kann ein anaphylaktischer Schock sehr unterschiedlich entstehen, Patienten sollten daher auch bei Symptomen, die zunächst nicht eindeutig sind vorsichtig sein und sich frühzeitig Hilfe suchen.